Gemmotherapie

"Glücklich, wem es gelang, den Grund der Dinge zu erkennen."

Vergil (70 v. Chr. - 19 n. Chr.)

Gemma (lat.) bedeutet Knospe, darum wird die Knospenmedizin als Gemmotherapie bezeichnet. Die Gemmotherapie befasst sich eingehend mit der Heilkraft und der Verwendung der Knospen, vor allem der von Bäumen und Sträuchern. 

Die Knospe ist das Lebendigste einer Pflanze, und alles Erbgut des Baumes oder Strauches befindet sich in ihr. Das Embryonalgewebe, die sogenannten Triebsprossen und Wurzelspitzen, enthalten sämtliche Informationen für den kompletten Bauplan der Pflanze. Die Knospe enthält ein Maximum an Energie und Wachstumskraft. 

 

Der belgische Arzt Henry Pol (1918-1988) entdeckte die Kraft der Knospen zu Beginn der 1960er Jahre; zu dieser Zeit wurde die Gemmotherapie als Phyto-Embryo-Therapie bezeichnet. Der französische Homöopath Dr. Max Tétau entwickelte das Verfahren weiter und prägte den heute gebräuchlichen Begriff Gemmotherapie. Auch Hildegard von Bingen hat Knospen ebenfalls als Heilmittel verwendet. 

 

Das Besondere in der Knospenmedizin ist der Einsatz der wertvollen Inhaltsstoffe, bestehend u.a. aus einer hohen Zahl von Aminosäuren (Eiweissbausteine) und vieler pflanzlichen Wachstumshormone wie Auxine, Cytokinine, Gibberelline (Hormon heisst Anstoss, Antrieb). Sie regulieren, stimulieren oder hemmen die Entwicklung der einzelnen Teile des Baumes oder des Strauches. Ebenso wertvoll sind vorhandenen Schutzstoffe wie Flavonoide, Vitamin C und Enzyme. Die Knospe enthält sämtliche Informationen über den Spross, die Blätter und die Blüten und über den nächtsjährigen Jahresbetrieb. Kurz vor dem Aufgehen im Frühling (Februar/März) sind die Knospen am wirkstoffreichsten. Bei Nadelbäumen werden statt der Knospen die jungen, hellgrünen Triebe verwendet.

 

Gemmomittel, die aus den Knospen hergestellt werden, werden als Mundspray auf die Mundschleimhaut gesprüht. 

Zum Beispiel wirkt die Knospe des Feigenbaumes beruhigend bei Stress auf das Nervensystem ein und hilft u.a. bei Magenbeschwerden. Die Mittel sind ohne Nebenwirkungen und damit auch für Kinder und Kleinkinder sehr gut geeignet sowie in Zeiten der Schwangerschaft.